Der westliche Landkreis Sorau

Pförten

1. Der Ort und seine Geschichte - Perle der Lausitz

Werbeprospekt aus den 1930er Jahren Sammlung Günter Kommol

Willi Tschisgale, der letzte Bürgermeister des Städtchens, sprach in einem Vorwort zum Adreßbuch 1938  von Pförten als der Perle der Niederlausitz.

Heute führt Spremberg diesen Zusatz zu seinem Ortsnamen. 

In Brody, dem ehemaligen Pförten, ca. 12 Kilometer nordöstlich von Forst gelegen, leben heute etwa 1.100 Einwohner. Zur Großgemeinde Brody gehören weiterhin: Beitzsch, Datten, Grötzsch, Jaulitz, Jähnsdorf, Jeßnitz, Nieder Jeser, Hoh Jeser, Marienhain, Kohlo, Kummeltitz, Nablath/Nahberg, Drahthammer, Heideschäferei/Roggaische Mühle, Zauchel, Wirchenblatt und Forst-Berge sowie Scheuno (2016 = 3.770 Einw.).

Eine asphaltierte Chaussee führt von Forst nach Lubsko (Sommerfeld) direkt am Forster Stadttor von Brody vorbei und trennt den Ort Brody in zwei Teile. Nördlich des Tores treffen wir auf einen geschlossenen Ortskern, südlich davon, jenseits der Chaussee, befindet sich eine Tankstelle und dahinter der Friedhof. Mehrere Straßen/Wege (Triebeler Straße, Wolfsberg, Teuplitzer Weg, Leiper Weg) zweigen südlich des Forster Tores ab und führen neben den genannten Orten auch nach Nablath/Nahberg. Am Wolfsberg gab es früher 17 Grundstücke, eines davon auch eine Gärtnerei, die nicht zur Standesherrschaft zählte, sondern Privateigentum war.  


Pförten und Umgebung Ausschnitt Meßtischblatt

Der Name Pförten ist - wie viele andere im Kreis Sorau - sorbisch-slawischen Ursprungs und vermutlich von dem wendischen Wort bròd abgeleitet, was in etwa mit Furth/Anfurth übersetzt werden kann. Es gab also hier eine etwas trockene Stelle, die über feuchtes, sumpfiges Gebiet führte.

Blick vom Wolfsberg auf Pförten vor 1945 Sammlung Günter Kommol















Der Ortsname gibt daher schon einen Hinweis auf die geologischen Bedingungen, die die Gegend östlich von Forst kennzeichneten.

Etwa drei Kilometer nordöstlich von Pförten erhebt sich der 103 m hohe Beitzscher Berg. Er ist Teil einer Endmoräne aus der großen Eiszeit und vor mehreren tausend Jahren entstanden. Die Gegend zwischen Guben, Sommerfeld und Pförten bezeichnete man daher auch als das Gubener-Pförtener Becken. Hier gibt es fruchtbareren, lehmhaltigeren Boden, als weiter südlich, um Niewerle zum Beispiel. Überreste eiszeitlicher Verformungen sind besonders die umliegenden Gewässer in Gestalt des Spiegelteiches (südlich von Pförten), des Nablather Sees, des Pförtener und des Zaucheler Sees (westlich von Pförten).

Luftaufnahme Pförten vor 1945 Sammlung Günter Kommol






























Die Siedlung Pförten entstand in einer natürlichen Senke des Ur-Stromtales. Der Ort liegt durchschnittlich 60 m ü.NN. Nur der Weinberg, der sich hinter der Kirche erhebt und bereits zu Nieder-Jeser gehörte, ragte mit 70 m ü.NN aus dem Stadtumfeld ein wenig heraus.

1389 wird der Ort, dessen Schreibweise sich über die Jahrhunderte oftmals änderte (Foerten/Pförden/Poerten/ Förten/Forten) erstmals erwähnt. Für Ende des 14. Jahrhunderts ist belegt, dass es eine Verbindung zwischen den Ortschaften Forst/Guben und der im 13. Jahrhundert entstandenen Siedlung Sommerfeld gab. Dies war für Pförten nicht ohne Bedeutung, tangierten doch später Händler auf ihrem Weg nach Osten/Westen den Ort.

Mit dem Wachsen der Siedlung wurde die Trockenlegung weiteren sumpfigen Geländes erforderlich, sodass neue Bebauung und Ansiedlung Platz hatte. Teilweise schwer beladene Handelsgespanne, die Pförten durchquerten, nutzten diverse Holzbrücken, die die sumpfigen Stellen befahrbar machten. Im 14. Jahrhundert war der Brücken-Zoll so eine willkommene Einnahme für die damaligen Herren auf Forst und Pförten, von Ileburg. 

1454 erfolgte erstmals die Erwähnung Pförtens als Stadt und die Belehnung, einschließlich des Zollrechts, durch König Ladislaus an Wenzel, Ulrich und Friedrich v. Bieberstein. 

Die Biebersteiner und ihre Nachkommen jedenfalls sollten die nächsten 200 Jahre die Geschicke von Pförten bestimmen. Bereits um das Jahr 1300 existierte im Nachbardorf Nieder-Jeser eine einfache Kirche zu der Pförten eingepfarrt war.  Wann Pförten selbst eine Kirche erhielt, ist unbekannt. Pfarrer Samuel Teske, von 1712 – 1753 Seelsorger der Stadt, vermutete in seiner Chronik, dass das Pförtener Gotteshaus bereits vor der Reformationszeit erbaut sein könnte und dass der Kirchenbau eng mit der Stadtgründung durch die Biebersteiner verknüpft wäre. Fasst man all die genannten Informationen zusammen, lässt sich die Gründung Pförtens um das Jahr 1450 vermuten, jedoch nicht belegen, da durch mehrfache Stadtbrände bereits Anfang des 20. Jahrhunderts, als der letzte Pfarrer, Gerhard Abraham, seine Abhandlung über Pförten schrieb, nicht mehr existierten.

Vermutlich wohnte auch kein Biebersteiner in Pförten, denn ein repräsentatives Herrenhaus gab es noch nicht. Ein Brand vernichtete 1622 das Gutshaus und den größten Teil des Ortes. An der Stelle, wo sich das heutige Schloss befindet, wurde noch im gleichen Jahr mit dem Bau eines einfachen Herrenhauses begonnen.

1667 verstarb Ferdinand II. v. Bieberstein ohne männlichen Erben. Die Herrschaften Forst-Pförten  wurden nun  getrennt. Forst fiel an den Herzog v. Sachsen-Merseburg, Pförten erhielt die Familie v. Promnitz. 

1667 nahm Graf Ulrich v. Promnitz auch seinen Wohnsitz in Pförten. Er begann  um 1670 mit dem Neubau eines Schlosses. Der bis zu jener Zeit abgeschlossene Schloßbezirk wurde zur Stadt hin geöffnet und damit mit ihr verbunden. Doch schon 1697 verstarb der beliebte Adlige. Sein Sohn Anselm v. Promnitz verstarb 1726 ebenfalls ohne männliche Erben. Pförten kam dann in den Besitz des Reichsgrafen  Christoph Heinrich v. Watzdorf-Erdenborn, der am sächsischen Königshof diente und nicht im Ort wohnte. Nachdem er gestorben war, übernahm sein Sohn Friedrich Karl v. Watzdorf. Dieser wiederum verkaufte den Besitz an den Königlich Polnischen und Kursächsischen Premierminister Heinrich Graf v. Brühl (1700 - 1763). Die Brühl-Familie sollte bis 1945 in Pförten ansässig sein. Der wirtschaftliche Aufstieg des Städtchens ist eng mit ihr verbunden.

Stadtplan Pförten (ohne Mariannenstadt) Sammlung F. Henschel


















Pförten Mariannenstadt Zeichnung: A. Neumann1950

Pförten Mariannenstadt Zeichnung A. Neumann, 1950



















2. Heinrich Graf v. Brühl und sein Besitz

Heinrich v. Brühl stammte aus Gangloffsömmern in Thüringen. Ab 1719 war er als "Silberpage" am sächsischen Hof. Dort machte er schnell Karriere: 1727 Kammerjunge, 1730 Kämmerer und Inspektor sämtlicher sächsischen Schlösser. 1734 heiratete der bis dahin protestantische Brühl die Katholikin Maria Anna Franziska Gräfin Kolowrat-Krakowsky und nahm ihren Glauben an. Sechs Kinder gingen aus der Ehe hervor. Brühls Aufstieg zu einem der einflussreichsten Männer seiner Zeit ging weiter:

31.05.1731

Direktor des Steuerwesens

25.08.1731

Ernennung zum Geheimen Rat Augusts II.

08.01.1733

Präsident des Kammer- und Bergwerk-Kollegiums

01.02.1733

Tod August II.

31.03.1733

Friedrich August III bestätigt Brühl in allen seinen Ämtern


u. übertrug ihm die Aufsicht über sämtliche Kassen

23.06.1733 

Ernennung zum "Wirklichen Cabinets Minister" bestätigt

05.10.1733

General Accise Direktor

29.04.1735

Bestallung zum Kammerpräsidenten in Warschau

27.05.1737

Kaiser Karl VI. erhebt Heinrich v. Brühl in den Reichsgrafenstand

23.07.1737

Bestallung zum Geheimen Rat

09.12.1737

Obersteuerdirektor

17.08.1739

Oberdirektor der Meissner Porzellanmanufaktur

24.03.1740

Kauf der Herrschaft und des Schlosses Pförten

08.12.1847

Ernennung zum Premierminister Sachsens

Quelle: Heinrich Graf v. Brühl und die Herrschaft Forst-Pförten, Brandenburgisches Textilmuseum Forst 2003)

Der inzwischen zu einem der mächtigsten Männer am Sächsischen Hof aufgestiegene Heinrich v. Brühl wollte sich einen prunkvollen Herrschaftssitz am nordöstlichsten Zipfel des Kurfürstentums Sachsen schaffen. Die Lage Pförtens war daher geradezu ideal (Handelsstraße Dresden Warschau). Als er 1740 Pförten für 160.000 Taler kaufte, hofften die Einwohner auf Beständigkeit und darauf, dass der neue Herr auch hier wohnen würde. Am 20. April 1740 zog die gräfliche Familie im Ort ein, gleichermaßen umjubelt von Einheimischen und Besuchern. Der Zug der Kutschen, teils offen, teils verdeckt, die vermutlich den Weg über Forst nahmen, war lang. In Livree gekleidete Kutscher lenkten edle Pferde durch die staubigen Straßen in Richtung des alten Schlosses.. Die Huldigung des neuen Herrschers durch seine Untertanen war -  in Form von Feierlichkeiten - für die nächsten Tage geplant. Dazu hatte die Bürgerschaft am Schlossplatz eine Ehrenpforte aus Tanne geflochten, die verschiedene Inschriften in Deutsch und Latein beinhalteten. Über eine diese Willkommensbotschaften berichtet der bis 1945 hier tätige Pfarrer Abraham:   

Da unser Herr ist eingetroffen, so steht ihm  Thor und Hertzen offen.                                

Bei dieser Huldigungs-Zeremonie wurde streng auf Stellung und Bedeutung der Untertanen geachtet. Die ersten, die vorgestellt wurden, waren Vasallen und Ritter aus den Orten der Standesherrschaft. Es folgten Pastoren, Lehrer, Kantore und Bürger, sowie Bauern und Tagelöhner. Die nachfolgende Feier, an der nach Überlieferungen 145 Personen teilnahmen, zeigte schon einen Vorgeschmack künftiger Pracht in der Hofhaltung. Die zur Tafel geladenen – eine besondere Ehre - erhielten Geldgeschenke, die einfachen Einwohner Freibier und Wein. Von der obersten Schlossgalerie warf die Herrschaft  Münzen, um deren Besitz sich sofort kleinere Balgereien ergaben. Wen wundert es da noch, dass die Untertanen von ihrer neuen Herrschaft begeistert waren.   Unmittelbar danach begann eine rege Bautätigkeit in und um Pförten.    

1840 erwarb er - außer der Stadt Pförten - ein Vorwerk, eine Ziegelei sowie 18 Dörfer im Kreis Sorau und 8 Dörfer im Kreis Guben. Sein Gesamtbesitz (geschätzt 350.000 Taler) nach der Vereinigung zur Standesherrschaft Forst-Pförten im Jahr 1746 betrug: 218.000 Morgen Land, 34 Vasallengüter (22 im Kreis Sorau, 12 im Kreis Guben), 67 Bauerngemeinden, zwei Oberförstereien, 17 Revier-förstereien

Brühl war mit 1.280 Talern jährliche Steuerzahlung der größte Steuerzahler im Kreis Sorau.

Zur Zeit als Brühl den Besitz übernahm, scharten sich nur einige Handwerker- und Klein-Bauerngehöfte in unregelmäßiger Weise um das Gutshaus. Die Häuser waren niedrig, fast ausschließlich aus Holz und Lehm erbaut, mit Stroh oder Holzschindeln gedeckt und daher leichte Beute bei Stadtbränden. Die Straßen waren eng und bogenreich. Straßenpflaster gab es noch nicht. Im Sommer, bei trockenem Wetter, staubte es furchtbar, sobald ein Reiter oder ein Gespann sich den Häusern näherte. In der nassen Jahreszeit versanken Gespanne und Fußgänger im Schlamm. Um die Wege überhaupt passierbar zu machen, verlegte man Holzstämme.

Unter Leitung der Historiker Kubach und Seeger wurden Ende der 1930er Jahre die "Kulturdenkmäler/Kirchen/Schlösser des Kreises Sorau u. der Stadt Forst" erfasst, gelistet, viele auch fotografiert (s. Band 5, Teil 6.). Frank Henschel aus Forst/L. entdeckte im Brandenburgischen Landeshauptarchiv einige Dokumente aus Pförten, die seinerzeit erstellt wurden. Es folgen Abschriften dieser Unterlagen zum Inventar der Schloßkapelle,  Verzeichnisse des Porzellans und der Gemälde in Pförten, sowie des zum Fideikomisses gehörigen Jagdzeugs, der Gewehre und Gemälde.


 




 3. Das Pförtener Schloß   

Ab 1741 begann der Neubau des Schlosses. Der sächsische Architekt und Baumeister Johann Christoph Knöffel veränderte den Vorgängerbau in seiner äußeren Struktur nur wenig, dafür aber in der Größe. Die nachfolgende Beschreibung des inneren Gebäudes lehnt an spätere Zeiten an, als Nachfahren Heinrich v. Brühls dem Schloss und dem Park ihr Aussehen gaben.

Die Wände der Eingangshalle zierten vier, auf den Putz aufgetragene Jagdszenen, von denen drei von Alfred v. Brühl, einem Nachkommen Heinrichs,  stammen sollten. Über das Treppenhaus erreichte man den großen Festsaal, der einst fürstlich und kostbar mit viel goldenen Ornamenten, Stuck, Gemälden und Mobiliar ausgestattet war. Der Saal erstreckte sich über zwei Etagen und verfügte über einen Balkon für Musiker. Rechts vom großen Saal befanden sich das Arbeitszimmer des Standesherrn und eine große Bibliothek, die viele alte Dokumente und historisch wertvolle Bücher enthielt. Links vom Saal dann die gräflichen Wohnräume, mit vielen Kleinmöbeln ausgestattet, auf denen Meißner Porzellanfiguren edle Eleganz ausstrahlten. Heinrich v. Brühl war ein großer Liebhaber Meißner Erzeugnisse. Die Wände des Schlosses schmückten Ölgemälde und Bildnisse der Familie sowie schwere und kostbare Gobelins. Alte große Kristalllüster, die von der Decke herab hingen sowie an den Pfeilern angebrachte vergoldete Armleuchter spendeten Licht. Zu den Wohnräumen gehörte auch ein Teezimmer, wo sich Familie v. Brühl im 20. Jahrhundert täglich zum gemütlichen Beisammensein traf. Für die Innenausstattung im 18. Jahrhundert sorgten einstige Berühmtheiten ihrer Zeit, so die Maler Stephan Torelli, Carlo Palko und Bildhauer Mattielli. Im obersten Stockwerk des Schlosses befand sich vor 1945 eine kleine Sammlung, die prähistorische Funde aus der Standesherrschaft aufbewahrte. Im Erdgeschoss, im rechten Flügel, lag das mit Grotten-und Muschelwerk sowie mit farbig bemalten Meißner Porzellanfliesen verzierte Bad des Ministers. Einen Wasserhahn aus Messing in Form eines Schwanenhalses soll es ebenfalls gegeben haben. Bertha v. Brühl konnte sich nicht erinnern, dass die Familie dieses Bad ihres Vorfahren je genutzt hat. 

Preußenkönig Friedrich II. sah in Brühl einen politischen Widersacher und Emporkömmling. Im Siebenjährigen Krieg ergriff er 1758 eine Gelegenheit, mit Brühl abzurechnen. In einem Schreiben vom 2. September 1758 an den Markgrafen Karl v. Brandenburg-Schwedt, der mit seinen Leuten gerade in Priebus stand, forderte Friedrich ihn auf, nun gerade nach Forst zu marschieren und das Schloß des Grafen Brühl verbrennen zu lassen belieben. Doch im Vorfeld dieser von ganz oben verordneten Brandstiftung kam es zu einem Eklat. Nach Aufzeichnungen des Landrates a.D. Graf v. Brühl, hatte sich folgendes zugetragen:

Zunächst war Oberst von der Marwitz, aus einem alten Adelsgeschlecht stammend und Mitglied der königlichen Potsdamer Tafelrunde, als Befehlshaber der Aktion vorgesehen. Marwitz aber bat in einem Schreiben an den König um seine sofortige Entlassung: Ich bin Euer Majestät untertänigster Offizier, aber nicht Marodeur, ließ er wissen. Schließlich übernahm ein anderes Mitglied dieser Tafelrunde, Oberst Charles Guichard, genannt Quintus Icilius den unehrenhaften Auftrag. Wochen nach der Brandstiftung sprach der König Icilius auf dessen Plünderung an: Und wieviel hat Er denn eigentlich genommen? Worauf der Oberst antwortete: Das müssen Eure Majestät am besten wissen, denn wir haben ja geteilt!   

(Quelle: Niederlausitzer Jahrbuch (1957) Sorauer Heimatverlag Dortmund) 

Was genau beim Brandschatzen in Pförten geschah, schildert der damalige Bettenmeister (Schloßverwalter) von Pförten, Fiebiger, in einem Brief vom 7. September 1758 an den nach Warschau geflohenen Minister Heinrich von Brühl:

Es war am 5. September Nachmittag um 4 Uhr, als ein Commando preußischer Husaren, etwa 200 Mann, bei Pförten ankam, wovon der Commandeur um die Stadt herum seine Postirung ausstellte. Er selbst kam mit einem Trupp auf dem Schloßplatz und erkundigte sich sofort, wo die herrschaftliche Kasse wäre. Nachdem man ihn zum Amts-Administrator Sommer geführet, forderte er von demselben alle vorhandenen gräflichen Gelder, und da dieser Mann vor großer Furcht den Kasten nicht geschwind genug aufschließen konnte, so ließ er sofort denselben aufschlagen und nahm das Geld, was so gegen 500 Thl betrug, zu sich.

Hierauf verfügte er sich ins Schloß, ließ daselbst alle Keller aufreißen und allen großen Weinfässern die Boden ausschlagen; was aber an Flaschen und kleinen Gefäßen vorhanden war, ließ er auf zwei Wagen laden........ Nachdem dies geschehen, begehrte der Commandeur...., daß ich, der Bettmeister, ihm das Schloß aufschließen und die Zimmer zeigen sollte, weil zwei Bataillone einrücken würden und hineingelegt werden müßten. Als er die Zimmer durchgegangen war, mußte ich ihn auf den Boden führen, wo er dann allenthalben dem mit ihm gehenden Wachtmeister gewisse Plätze anzeigte.

Mittlerweile hatte ein Commando Husaren einen Wagen mit Stroh und einen Wagen mit Holz auf den Schloßplatz gebracht, und als der Commandeur hinunter kam, befahl er den zusammengelaufenen Bürgern und anderen Leuten, das Holz und Stroh in das Schloß zu bringen und hinzulegen, wie die Husaren solches anweisen würden.

Weil er aber weder durch Güte noch durch Drohungen, Jemanden zu dieser Arbeit bekommen konnte, so mußten es die Husaren selbst hinauftragen.

Unter dem Dache wurden an 12 verschiedenen Orten Haufen von Holz und Stroh hingelegt, desgleichen auch im untersten Tafelzimmer. Als nun eine Laterne mit Licht geholt wurde und ich wohl sah, was geschehen sollte, fiel ich dem Commandeur zu Füßen, allein er sagte, alles wäre umsonst, er müßte diesen Ordre exekutieren, sonst verlöre er seinen Kopf. Also wurden die Haufen alle angezündet, und der Commandeur verbot zugleich, daß kein Mensch sich unterstehen solle, zum Löschen an das Schloß zu gehen, wenn er nicht die Kugel vor den Kopf geschossen haben wollte.

Inzwischen kamen auch die Geistlichen herbei und baten inständig und stellten das Unglück, so der Kirche und der Stadt daraus erwachsen könnte, beweglichst vor. Allein der Commandeur blieb dabei, daß hierwider keine Bitte und Vorstellung helfen könnte. Doch sagte er, hätten sie die Erlaubniß, sobald das Feuer die Kirche und die Stadt ergreifen sollte, zu löschen, und möchten sie immer dazu Anstalten machen, zumal die Kirche so nahe beim Schlosse wäre. Als wir uns erkundigten, ob wir denn auch die Seitengebäude, in welchen der Commissionsrath Behrnauer, der Condukteur Franke, der Fontainier Osten und ich, der Bettmeister, wohnten, und die vermuthlich von der Flamme des Schlosses mit würden ergriffen werden, löschen dürften, so ward uns dies auch ausdrücklich verboten. Hingegen könnten wir das Unsrige retten; ja der Commandeur hatte so viel Menschlichkeit, daß er, wenn die Flamme sehr groß aus dem Schlosse herausbrannte, uns ermahnte, immer unsere eigenen Habseligkeiten zu retten, denn es schiene, als wenn die Gefahr näher käme. Wir hatten aber nicht mehr Zeit, als daß wir unsere Kleider und Wäsche nur in der Geschwindigkeit hinten in die an unser Quartier stoßenden Gärten und Höfe legen und werfen konnten.

Indeß hat es Gott so wunderbar gefüget, das nicht nur die beiden Seitengebäude, sondern auch die ganze Stadt im Geringsten nicht versehrt wurden. Das Schloß allein ist gänzlich bis auf den Grund nebst allen Meubles und was darin gewesen, verbrannt und zusammengefallen. Als die Flammen allenthalben überhand genommen, ritt der Commandeur mit seinem Commando fort und setzte sich auf dem Berge bei dem Vorwerke, wo er noch einige Stunden wartete, auch fleißig recognosciren ließ, ob Jemand zum Löschen sich heran genahet hätte........ Die aus Forst herbeigeeilten Feuerspritzen wurden von den Husaren zunächst nicht in die Stadt gelassen und mußten dem Brand tatenlos zusehen. Durch günstige Winde hatte das Feuer jedoch nicht auf die Seitengebäude, die Kirche und auf Häuser im Ort übergegriffen.

Und weiter berichtet Fiebiger: Es raucht auch noch sehr, und die Mauern fallen stückweise alle Augenblicke ein. Da wir in Pförten von großem Schreck und Angst fast alle krank darnieder liegen, so habe ich nur diesen vorläufigen Bericht gemacht. Eine Specification ist nicht nöthig hinzuzufügen, indem nicht das Geringste hat gerettet werden dürfen. So viel habe ich übrigens wohl gesehen, daß die Husaren beim Durchgehen hier und da, sonderlich im unteren Geschoß, von den Tapeten etwas abrissen, auch etliche Bettdecken mitgenommen. Es sind also auch diejenigen königl. Meubles, welche sonst gewöhnlich bei der Durchreise S. Majestät von Dresden, das letzte Mal im October 1756, hier gebraucht worden, und welche ich auf der Frau Gräfin Excellenz Befehl bis zu seiner Majestät Zurückkunft in einem oberen Zimmer verwahren müssen, mit verbrannt. Wir Officianten haben auch insgesamt einiges von unseren Habseligkeiten, die wir in die Gärten hinein gelegt hatten, verloren.....

(Quelle: Sorauer Heimatblatt 8/9/10 von 1993)

Die wertvollsten Möbel und das kostbare Meißner Schwanenservice konnte Brühl jedoch vorsorglich in Sicherheit bringen lassen. Übrigens war Pförten nicht der einzige Brühl-Besitz, den der Preußenkönig plündern ließ. Am 20.1.1758 ging Schloß Nischwitz/ Wurzen in Flammen auf. Daher war der Minister – was Pförten betrifft  - bereits vorgewarnt. 

Im 19. Jahrhundert schreibt ein Zeitzeuge:

Pförten oder Pförtchen, wendisch Brode, am Flüsschen Wedern, mit 132 Häusern und über 1.200 Einwohnern. Von dem hiesigen Schlosse des Grafen Brühl, welches Friedrich II. 1758 zerstören ließ, stehen noch die Hauptmauern und die unteren Gewölbe, von denen eins die katholische Kapelle und das andere ein schönes Meißner Porzellanservice enthält, das beständig bei der Standesherrschaft bleiben muß.  

(Quelle: Der preußische Staat in allen seinen Beziehungen von Freiherr L.v.Bedliz-Neukirch, 2. Band, 1835)

Die Historiker Kubach/Seeger fanden 1939 aus anderen Brühl-Besitzungen zusammengetragene Möbel aus verschiedenen Epochen vor. Das bedeutendste Stück ist ein französischer Schreibtisch, der an den Beinen mit chinesischen Pagoden aus vergoldeter Bronze und auch im Übrigen reich mit schweren Bronzeauflagen besetzt ist....

(Quelle:Die Kunstdenkmäler der NL, Kubach/Seger 1939)  

Schloß Pförten vor 1945



Im 18. und 19. Jahrhundert wurden am Schloß nur bauliche Sicherungsmaßnahmen vorgenommen. Die Familie v. Brühl soll in dieser Zeit im Kavalierhaus gelebt haben. August Lehmann, Lehrer von 1903-1945 in Pförten, erinnerte sich an Gespräche mit sehr betagten Einwohnern, die ihm erzählten, dass sie als Kinder in der Zeit von 1850-1860 durch die unverglasten Fenster im rechten Schloßflügel einstiegen und Verstecken spielten (Quelle: Sorauer Heimatblatt 11/1956). Teilweise seien die Räume als Heu-und Strohmagazine genutzt worden. Nach dem I. Weltkrieg baute die Familie das Schloß wieder in alter Schönheit auf. Die oberste Etage war nun mit Gauben ausgebaut, die Innenräume modernisiert. Für die auf der See-Seite neu geschaffene Terrasse mussten Pfähle in den weichen Untergrund eingebracht werden, damit diese nicht absackt. Doch noch vor dem Bau kam es noch zu einem bedrohlichen Vorfall in Pförten.

Die Monate nach Kriegsende waren durch Unruhen im gesamten Land gekennzeichnet. Ende Februar 1920 verfügte Reichswehrminister Gustav Noske die Auflösung von Freikorps. Am 13. März gipfelte der Widerstand im sogenannten Kapp-Putsch, der unter Führung von General v. Lüttwitz und Erich v. Ludendorff stand. Der Anführer der Nationalen Vereinigung, Wolfgang Kapp, spielte eigentlich keine vordergründige Rolle. Dieser fünftägige Aufstand richtete sich vor allem gegen die junge Republik, die im Bürgerkrieg zu versinken drohte. Mittels eines beschlagnahmten LKW fuhr eine Abordnung Forster Arbeiter am Sonntag, den 14. März, in Richtung Pförten. Hier hofften sie möglichst zahlreiche Waffen vorzufinden, schon weil viele Jäger in Brühls Diensten standen. Los Jungs, jetzt werden wir dem Krautjunker mal zeigen, wer hier zu bestimmen hat, schien die Losung des Tages! Als bewaffnete Arbeiter die Freitreppe des Schlosses, auf welcher Brühl den Revolutionären entgegentrat, stürmen wollten, fielen kurz darauf Schüsse, die ein Förster aus dem Seitenflügel des Gebäudes abgegeben hatte. Danach soll sich Folgendes abgespielt haben:

Noch am Sonntag, dem 14. März 1920 war ein von Arbeitern gesteuerter LKW in den Hof des Schlosses in Pförten (Brody) eingefahren. Die Arbeiter wollten, entsprechend der politischen Situation, die berechtigte Frage nach vorhandenen Waffen stellen und diese beschlagnahmen. Doch bevor sie dazu kamen, wurden sie von Schergen des reaktionären Grafen Brühl beschossen, wobei es zwei Tote gab. Der Vorsitzende des Landarbeiterbundes Sorau-Forst, Genosse Ernst Trinks, ein vorbildlicher Funktionär der revolutionären Arbeiterbewegung, war sofort tot. Das zweite Opfer, Genosse Walter Tiede, Landarbeiter auf dem Brühl`schen Gut in Eulo, erlag am darauffolgenden Tag seinen Schußverletzungen. ....  Am Dienstag, d. 15. März, kam es zu einer großen Volksversammlung auf dem damaligen Friedrichsplatz. Wieder erschienen Tausende. Seitens des Vollzugsausschusses wurde Aufklärung über die Vorgänge in Pförten…. gefordert. Bezeichnend war die Mitteilung, das Graf Brühl sich verpflichtet habe, neben der Übernahme der Begräbniskosten, ständig für die Versorgung der Angehörigen der Genossen Trinks und Tiede zu sorgen ……

Aber schon wenige Wochen später, als der Kapp-Putsch niedergeschlagen war, ließ er in der Presse durch seinen Rechtsanwalt eine Erklärung veröffentlichen, in der er sich ausdrücklich von der Beschuldigung distanzierte, einen Meuchelmord begangen zu haben…..

Die Täter und deren Hintermänner sind übrigens niemals zur Verantwortung gezogen worden…. (Quelle: Geschichte der Stadt Forst, Scholz/Ihlo)

Der ehemalige Lehrer Neumann schildert das Ereignis etwas anders: Es war ein Märzsonntag. Wir saßen am Nachmittag im Schulhause, wo der Elternbeirat tagte. Plötzlich ertönte das Geknatter von Gewehrschüssen vom Schloß her. Wir stürzten ins Freie... Einige kommunistische Helden aus der Industriestadt Forst waren vor das Schloß gezogen, hatten den Grafen herausgelockt...der auf der Freitreppe stand. Aus der rebellischen Menge löste sich ein Schuß, der ihn beinahe getroffen hätte. Daraufhin wurde aus einem Fenster des Schlosses ein Schuß abgegeben, der den Haupträdelsführer ... niederstreckte. Der Tote wurde von dem Kreisarzt am nächsten Tage in der Leichenhalle des Friedhofes seziert und später unter kommunistischer Begleitung nach Forst überführt....Mehrere Tage lang sah man die Bevölkerung Pförtens und der näheren Umgebung in großer Aufregung. Die Kommunisten drohten nämlich Pförten dem Erdboden gleichzumachen. Doch die schäumenden Wellen der Erregung glätteten sich wieder (Quelle: Sorauer Heimatblatt Nov. 1956).

Neumann schreibt weiter in seinen Erinnerungen im Sorauer Heimatblatt Nov. 1956: Die beiden Seitenflügel des Schlosses waren bis zum Juni 1945 unversehrt....Während der Jahre 1920 bis 1923, so berichtet die Inschrift am rechten Flügel, dem "Herrenflügel" hatte "Friedrich Graf v. Brühl den Sitz der Familie glücklich wieder hergestellt ".... Am "Damenflügel" besagte die Inschrift "Heinrich Graf v. Brühl den Sitz der Familie 1740 glücklich erworben hatte" Diese Inschriften waren der des Forster Tores ähnlich, wo es hieß: "Im Jahre 1753 ist das Tor der Stadt Pförten glücklich erbaut". 

4. Die Kavalierhäuser

Nördliches Kavalierhaus Pförten mit Gräfl. Kapelle

















Die beiden Kavalierhäuser verfügten über je 21 Fenster auf beiden Ebenen, sowie über Dachgauben. Das nördliche Kavalierhaus (rechte Seite) bot eine breite Durchfahrt zu den dahinter befindlichen Garagen und Pferdeställen, beherbergte außer der gräflichen Kapelle (Mitte d. 19. Jahrhunderts eingebaut) noch Wohnungen für Forstangestellte, z.B. Leibjäger.  Über die innere Ausgestaltung der katholischen Kapelle gibt das Forster Tageblatt vom 30. Juni 1926 näher Auskunft:

Der Historienmaler Franz Ittenbach, Professor der Akademie in Düsseldorf, hat sich in schönen Werken auch hier verewigt. In der Chorwölbung befindet sich eine Darstellung des Heilandes in seiner Glorie als Herrscher des Himmels und der Erde, göttliche Erhabenheit und erbarmungsvolle Milde zugleich ausstrahlend. Darunter sind acht Heiligenbilder geordnet und zwar rechts die Doppelgestalten von St. Petrus und Stephanus, links von St. Paulus und Maritius, rechts ferner die Einzelfiguren der Heiligen Hubert und Elisabeth und links von Friedrich und Theresia, endlich ein Marienbild von hervorragender Anmut. Besonders beachtenswert ist
endlich noch eine wertvolle Kreuzigungsgruppe aus Meissner Porzellan von Händler. Der Hauptaltar ist, der gewollten Schlichtheit des Raumes entsprechend, einfach, aber würdig gehalten.

Die ehemalige Kapelle – Brühls waren gläubige Katholiken - ist heute zu einem Tagungsraum umgestaltet. Übrigens, auch diese Kapelle war bis 1945 der Öffentlichkeit für eine stille Andacht zugänglich. Das südliche Kavalierhaus (linke Seite)  beherbergte nach der Komplettsanierung des Haupthauses in den 1920er Jahren, bis zum Kriegsende, die Hauptverwaltung der Brühlschen Güter. In der oberen Etage kam die Forstverwaltung unter und im Parterre die Abteilung Landwirtschaft. Heute dient das Gebäude als Hotel und Gaststätte.                                                                                           
Die oberen Geschosse beider Kavalierhäuser wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts durch einen Balkon-Gang mit dem Schloß verbunden. 

Südliches (linkes) Kavalierhaus Pförten vor 1945


  5. Der Schloßpark

Der Schloßgarten ist schön, groß und im französischen und englischen Geschmack angelegt. Er hat ein geräumiges Gewächshaus, worinnen sich ein kleines Theater befindet und er endigt sich am Pförthener oder eigentlicher am Jehser See.  

(Quelle: Erdbeschreibung d.Churfürstlich und Herzoglich Sächsischen Lande, 1806). 

So beschreibt ein Reisender den Park zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Zwischen dem Schloß und dem Pförtener See säumten bis Mitte des 20. Jahrhunderts viele hochgewachsene Linden die Wege. Der Park wurde über die Jahrhunderte mehrfach umgestaltet. Er war in einen Lustgarten, in Ziergärten und in Obst- und Gemüsegärten unterteilt. Bereits schon zu Zeiten von Promnitz wird hier um 1670 ein Park vermutet, den Watzdorf 1726 in einen Rokoko-Garten umgestalten ließ. Brühl schließlich übertrug die Umsetzung von Knöffels Gartenbauplänen seinem Privatsekretär Carl Heinrich v. Heineken (1707-1791). Bis etwa zum Beginn des Siebenjährigen Krieges 1756 entstand so ein eindrucksvolles Zeugnis des Spätbarocks.     

Pfarrer Teske beschreibt die Umgestaltung seiner Heimat so:

Anno 1743 ließen Se. Exzelence der H. Cabinets-Ministre nicht nur von unterschiedlichen Alleen in der Heyde aushauen, sondern auch eine von Linden und Eberasch-Bäumen zwischen Pförten und Nieder-Jehser setzen, wie auch eine dergleichen von Kohle biß zur Dattischen Grentze hieher nach Pförten. Bey hiesigem See wurde ein Bleich-Haus erbauet, auch wurden Leineweber aus Ober-Lausitz verschrieben, welche anfangen, nicht nur schlichte, sondern auch allerhand bundte und streifigte Leinewand zu verfertigen.
Aus welchem Grund auch immer, bereits 1748 wird das Bleichhaus am Pförtner See wieder geschlossen. Die Leineweber siedelten sich in Forst an und arbeiteten in einer Tuch-Fabrik.

Nach 1807 wurde der Schloßpark in einen englischen Garten verwandelt. Das entsprach dem damaligen Zeitgeist. Breite Hauptwege und schmalere, schattige Gänge, die mit Zierbüschen bewachsen waren, wurden von zahlreichen Sandstein-Skulpturen gesäumt. Brunnen, Fontänen und Wasserspiele sorgten für Abwechslung. Um 1816, bei der Umgestaltung des Parkes, wurden zwei künstliche Inseln im See angelegt (Liebesinsel). Um das Gewässer herum führte ein neuer Weg, der Spaziergänger zum Verweilen einlud. Kleine Gondeln und Boote ankerten am Ufer. Eine wunderschön bepflanzte Allee führte in Richtung Nieder Jeser. Interessant und bekannt war der Park aber auch durch seine Bauten. Besonders die Orangerie - erbaut nach 1752 - welche auch zeitweilig als Amphitheater genutzt wurde, bestach durch architektonische Schönheit. Das Gebäude bestand aus einem Glashaus mit Mansardendach und einem erhöhten Mitteltrakt, in dem der Theatersaal integriert war. Reiche Stuckverzierungen zierten die Decken. Hier fanden oftmals im Sommer Theateraufführungen statt. Aloys Friedrich v. Brühl, Heinrichs ältester Sohn, führte dort sogar Shakespeares Sommernachtstraum auf. Derlei  Aufführungen soll es noch bis 1945 gegeben haben. Orangen-und Zitronenbäumchen, teilweise schon 150 Jahre alt, überwinterten im Glashaus. Dichte Laubengänge führten nach allen Seiten weg von der Orangerie.  Hinter der Orangerie befanden sich die Schloßgärtnerei und das Gärtnerhaus.  

Orangerie und Park Pförten


In etwa im Zentrum des Parks zwei Obelisken, in deren Mitte ein Sarkophag stand. Auf ihm stand in Latein: Gedenke mein. Die Bedeutung dieses Sarkophages lag im damaligen Zeitgeist, wo neben Schönheit und Sinnesfreuden der Schmerz dieser Welt nicht vergessen werden sollte. Gewidmet war er dem Oberhofjägermeister Heinrich Joseph v. Gablenz. Nach 1945 wurde er zerstört. Am 12. April 2018 konnte der Sarkophag durch Finanzierung aus der Hermann Reemtsma Stiftung wieder restauriert werden.

Verschiedene Pavillions boten bei ausgedehnten Spaziergängen Abwechslung und bei Regen und Sonne Unterkunft. Nach der Fertigstellung der gesamten Anlage schmückten den Park mehrere Springbrunnen. Sandsteinplastiken, wie z.B. ein Apollo, dekorierten diverse Parknischen.

Am Westufer des Pförtener Sees, kurz vor Zauchel, dort, wo das Gelände langsam ansteigt, führte ein Weg in Richtung eines Weinberges. Der dort angebaute Wein soll sich jedoch zu Zeiten Heinrich v. Brühls keines guten Rufes erfreut haben. Die Einheimischen spöttelten:
               

Der märkischen Erde Weinerträge gehen durch die Kehle wie eine Säge!

Pförtener Schloßpark


Unterhalb von Hoh-Jehser wurde zwischen 1815 und 1865 durch Gottlieb v. Bomsdorf, einem Freund der gräflichen Familie, ein etwa 40 m hoher Steilhang, der nur mit einigen Kiefern ausgestattet war, mit Laub- und Nadelgehölzen aufgeforstet. Das Gelände an diesem Südufer des Sees wurde zu Ehren der ältesten Tochter Friedrich August v. Brühls, Christinenruh, getauft. An der höchsten Stelle hatte v. Bomsdorf nach dem Vorbild des Tempels der Sybille in Tivoli (Rom) ein Teehaus errichtet. Der Pförtener Lehrer Neumann erinnert sich, dass dieses Teehaus bereits um 1940 eingestürzt sein soll. Von hier aus bot sich dem Betrachter damals ein herrlicher Blick über den See, dessen Ufer teilweise dicht bewaldet und mit blühenden Azaleen und Rhododendron bewachsenem war. Dort nisteten sogar Fasane. An einigen Stellen am Seeufer fühlten sich Lärchen und Sumpfzypressen heimisch, was wieder ein Hinweis auf das feuchte Gelände ist, auf dem einst Pförten erbaut wurde.    

Als im Jahre 1911 Friedrich Joseph v. Brühl das Majorat übernahm, ließ er verschiedene Umbauten und Veränderungen im Park vornehmen. So wurde nach Entwürfen seines Bruders Vinzent v. Brühl an der Westseite des Schlosses eine Freitreppe angebaut, die heute Ruine und nicht mehr begehbar ist.

Christinenruh

















Brücke zur Christinenruh
















5. Mariannenschloß/gräflicher Friedhof

Ein weiteres architektonisches Kleinod war das Mariannenschloß, benannt nach Heinrichs Ehefrau Maria Anna, geb. Kolowrat-Krakowski. Das Gebäude stand nördlich des Grabens Weder, der die Kernbebauung von Pförten umfloss. In den Jahren 1754 bis 1755 erbaut, gab es später dem nördlichsten Stadtteil von Pförten, der Mariannenstadt (Brühlstraße, Hindenburgstraße, Beitzscher Straße, Mittelfeldweg, Dattener und Niederjehserische Straße) ihren Namen. Hier logierten vormals herrschaftliche Gäste.  König August III. mit seinem zahlreiche Gefolge kam hier standesgemäß unter, wenn er einen Zwischenstop auf dem Weg von und nach Warschau einlegte.

Nördlich  vom  Mariannenschloß fanden Mitglieder der Brühl-Familie ihre letzte Ruhestätte. Diesen Friedhof gibt es nicht mehr.

Mariannenschloß vor 1945 Foto: Sammlung Günter Kommol
















Marainnenschloß vor 1945 Foto: Sammlung Günter Kommol

















6. Kirche/Pfarrer

Obwohl alle Brühls katholische Christen waren, unterstützen sie die protestantische Kirche im Ort. Zunächst um die Kirche herum bestattet, wurde diese Begräbnisstätte 1701 aus Platzgründen vor die Stadt verlagert. Der Friedhof liegt ein wenig erhöht und ist heute völlig von Bäumen umgeben. Von hier aus hat man eine gute Sicht auf den Kirchturm. Einige, größtenteils hochgewachsene Linden, stehen wohl unter Denkmalsschutz. Zum Eingang hin führt eine kleine Anhöhe hinter der Tankstelle. Noch heute sind hier Grabsteine aus deutscher Zeit zu finden. Am 14. Juni 1998 wurde hier eine kleine Gedenkstätte, die an die Deutschen in Pförten erinnert, eingeweiht.  

Das Baujahr der Pförtener Kirche ist nicht bekannt.1692 hatte sie Promnitz umbauen und vergrößern lassen. 1693 wurde der extern stehende Holz-Glockenturm durch einen steingemauerten, direkt an das Kirchenschiff angrenzenden Turm ersetzt. Die Glocken, eine hatte 84 cm (1735), die andere 72 cm Durchmesser, erklangen bis weit ins Umland, nach Nieder- und Hoh- Jeser, Nablath sowie Leipe. Sie sind nach dem II. Weltkrieg verschwunden und später durch neue ersetzt worden. Ende der 1920er Jahre war der Kirchturm wegen eines Sturmes noch einmal baulich überholt worden.  Der Pförtener Baumeister Wilhelm Kittel erneuerte die Spitze, die von der goldenen Kugel über die Wetterfahne bis zum goldenen Stern abgebrochen war. Auch die acht Fensterbögen der Turmspitze wurden neu gemauert. Die Turmuhr, einschließlich der drei Zifferblätter, jetzt in Blau gehalten, zeigten die genaue Zeit an. Frisch vergoldete Zeiger hoben sich besonders hervor. 

Die Kirche hat eine Länge von 25 m und dehnt sich im Hauptschiff auf eine Breite von etwas mehr als 10 m aus. Der Haupteingang befand - und befindet sich auch heute noch - zur Parkseite hin, wo eine baumbestandene Allee zum Schloss führt. Im Seiteneingang, von der Gubener Straße aus, erreicht man den Altar, der dem Haupteingang vis a vis liegt.

1939 entdeckten Kubach/Seeger auf der Wetterfahne die Jahreszahl 1801 und über einem Fenster 1803, das heißt, zu dieser Zeit fanden größere Umgestaltungen des Gotteshauses statt. Es wird sogar berichtet, daß die Kirchendecke so schadhaft war, daß sie herabfiel. Der Fußboden bestand früher aus einfachen Ziegeln. Die Wände waren weiß getüncht, wie in vielen anderen Kirchen auch. Die Decke umrahmte einfacher Stuck. Im Jahr 1725 wurden beide Seiten des Chores durch zweistöckige Anbauten, u.a. für die Herrschaftslaube und die Beamtenlaube verändert. Die Fenster der ersteren waren bleiverglast. Ein Kachelofen sorgte im Innern für Wärme. Der Altar war ein Barockaltar und stammte aus dem Jahr 1724. Auch dieser existiert heute nicht mehr. Nach der Kirchenrenovierung in den 1980er Jahren bilden jetzt vier Heiligen-Bilder, die aus der katholischen Kapelle des Schlosses stammen, den Altar. Von dort sollen auch der Taufstein und die Orgel übernommen worden sein. Ein schwebender Taufengel, dessen Bemalung kaum noch zu erkennen war, wurde schon vor dem II. Weltkrieg auf dem Dachboden gelagert, weil ihm zusätzlich noch beide Arme und der rechte Fuß fehlten. Diesen Taufengel hatte 1724 Abraham Bolkow v. Gebelzig, der Hofmeister von Prommnitz, gestiftet.

Zur weiteren Ausstattung zählten:
- gekreuzigter Jesu, Anfang 16. Jahrhundert
- ein Holzkreuz, vergoldet, 18. Jahrhundert
- ein Kelch aus Silber, vergoldet, 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts
- ein Kelch silber-vergoldet, 1672
- ein Rokoko-Kelch, silber-vergoldet, 1760
- eine Oblatendose, silber-vergoldet, 1634
- Taufkanne aus Zinn, 1765
- Ovale Taufschale, Zinn
- Diverse Leuchter und Kronleuchter aus verschiedenen Epochen
- Schmiedeeiserner Kollektenständer, 18./19. Jahrhundert
- Hölzerner Kollektenstock mit Eisenbeschlägen
- Zwei Klingelbeutel mit silbernen Einwurfrändern  

(Quelle: Die Kunstdenkmäler der Provinz Mark Brandenburg, Kreis Sorau, Kubach & Seeger, 1939) 

Kirche in Pförten/Brody


Gerhard Abraham war der letzte Pfarrer und bis zur Vertreibung hier seelsorgerisch tätig, nach Kriegsende dann zeitweise einziger Pfarrer in Forst/L.  Am 1. April 1950 feierte er mit seiner Gemeinde, in der auch viele ehemalige Pförtener Zuflucht gefunden hatten, die Grundsteinlegung der Johann-Sebastian-Bach Kirche. Abraham starb am Montag, dem 29.5.1950 ganz plötzlich in Forst im Alter von 69 Jahren. Am Tag zuvor hatte er noch den sonntäglichen Gottesdienst geleitet.

Die Pfarrer von Pförten

Liste der Pfarrer in Pförten:

Ab 1698 soll es nur noch deutschsprachige Gottesdienste in Pförten gegeben haben, etwa ab 1750 wurde auch im Alltag vorwiegend deutsch gesprochen. Pförten jedenfalls wurde am 1. Advent 1538 samt seiner Herrschaft, derer v. Bieberstein, evangelisch. Dies berichtete Pfarrer Abraham. Unweit der Kirche befand sich das 1707 nach einem Brand erbaute Pfarrhaus/Kantorhaus. Es stand rechtwinklig zur Gubener Straße und zum Marktplatz hin. Zweigeschossig reihte es sich nahtlos an die übrigen Gebäude auf dieser Straßenseite ein.

7. Schule

Balthasar von Promnitz (1488-1562), welcher 1539 Breslauer Bischof wurde, kaufte 1556 die Herrschaft Sorau-Triebel. Als deren Grundbesitzer, brachte er frischen Wind in das unter seiner Leitung stehende Konsistorium. Zu einer Zeit, da nur sehr wenige Menschen lesen und schreiben konnten, verfügte er, dass in jedem seiner Kirchdörfer eine Schule mit einem Schulmeister einzurichten sei. Die Aufsicht der schulischen Ausbildung sollte dem jeweiligen Pfarrer obliegen, der auch einen Großteil des Unterrichts bestreiten sollte. Graf Erdmann v. Promnitz, ließ 1726 eine Waisenhausschule in Sorau einrichten, die er jährlich mit zwei- bis dreitausend Talern finanzierte. 1707 soll es schon eine Schule in Triebel gegeben haben. Lübben, bis 1815 Hauptstadt des Markgraftums Niederlausitz, erließ am 26. Februar 1790 eine Verordnung in der es u.a. hieß:

Die fleißigere Besuchung der Dorfschulen betreffend. Vom 7. Lebensjahr an sollten die Kinder im Winter täglich und im Sommer mindestens dreimal wöchentlich die Schule besuchen…..

Lübben war weit und die Umsetzung dieser Weisung in der Praxis schwierig. Noch im Jahr 1800 wird darüber geklagt, dass der Dorfschulunterricht größtenteils in Händen von Menschen lag, die selbst in Erziehung, Unterricht und Bildung gänzlich vernachlässigt sind und manchmal nur von der Straße aufgegriffen worden sind. Dieser Fachkräftemangel bestand noch geraume Zeit. Höchstens zehn gut ausgebildete Lehrer verließen das im Jahr 1794 gegründete Lehrerseminar in Luckau, schreibt Schwärzel.
In Ermangelung von Pädagogen wurden insbesondere nach dem Dreißig- und dem Siebenjährigen Krieg Kriegsinvaliden zu Lehrern bestellt. Die Bezahlung war kärglich und bestand meist nur aus dem zögerlich aufgebrachten Schulgeld der Eltern bzw. aus Naturalien. Es war also kein erstrebenswerter Posten, weil die Dörfer bzw. Rittergutsbesitzer selten etwas aus dem Steueraufkommen zuschießen konnten oder wollten. Wen wundert es da, dass unter diesen Bedingungen kaum Schulgebäude finanziert und gebaut werden konnten.                                                                                                                                                  Erich Schwärzel vermutet in einem Beitrag der Sorauer Heimatzeitung, daß es in Pförten schon kurze Zeit nach der Reformation eine Schule gab. Fest steht jedenfalls, Ende des 18. Jahrhunderts, als große Teile der Niederlausitz und damit auch Pförten noch zum Königreich Sachsen gehörten, erließ Brühl bereits Regelungen für den Schulbetrieb in seiner Standesherrschaft, weil er mit seinen Untertanen zutiefst unzufrieden war. Die Brühl´schen Schulordnung vom 10. August 1763 besagt u.a.: .... Von Michaelis (29. September) bis Ostern müssen an jedem Tage vormittags und nachmittags je drei Stunden abgehalten werden, wobei Mittwoch und Sonnabend die Nachmittagsstunden frei sind....Von Ostern bis zur Ernte soll der Schulmeister täglich zwei Stunden Schule halten. Während der Ernte muß jeden Morgen wenigstens eine Stunde Schule gehalten werden.

In die Pförtener Schule waren Kinder aus Drahthammer, der Roggaischen Mühle, Hoh Jeser, Marienhain, Leipe und Nablath eingeschult. In früher Schulgeschichte besaß die Pförtener Schule nur drei Klassen. Unterrichtet wurde die Klasse III in einem Gebäude der Stadt (späteres Pfarrhaus am Markt), die Klassen I und II erhielten ihre Schulstunden auf dem Schloßgelände. 
 

Schule Pförten um 1970 Foto: A. Mainz

Schulgebäude Pförten vor 1945 Ausschnitt Postkarte

Die Lehrer in Pförten sind nicht vollständig dokumentiert: 1752 August Schmidt (gleichzeitig auch Hilfsprediger; 1838 verstarb Kantor Endler und um 1860 lehrten Friedrich August Thumann und Rektor Köchel hier. Ferdinand Valentin (29.9.1838-2.11.1904), dessen metallene Grabplatte auf dem Friedhof zu finden ist, lehrte 41 Jahre in Pförten. Zwischen 1873 und 1910 hieß der Lehrer Gustav Karlguth. Nach 1904 besaß die Schule einen Hauptlehrer (Direktor) und drei Lehrer. Einer von ihnen war Ernst August Neumann (8. Januar 1883  Senftenberg -Der nachstehenden Reisebericht Neumanns stammt aus dem Sorauer Heimatblatt Nr. 3/1963:

Am Sonnabend, den 14. März 1903, hatte ich die Nachricht von der Regierung in Frankfurt a. O. erhalten, ab 1. April die vierte Lehrerstelle in Pförten zu verwalten.Zwei Tage später, am Montag, dem 16. März, machte ich mich auf, um mir Pförten einmal anzusehen. Mit dem Frühzug gegen fünf Uhr fuhr ich von Senftenberg nach Cottbus…… Die Fahrt dauerte eine gute Stunde. In Cottbus stieg ich um nach Forst, wo ich gegen 7.30 Uhr ankam. Die Stadt machte einen unschönen Eindruck. Überall Fabriken, zu denen Bahngleise führten. Die Frauen liefen in Nachtjacken und Filzpantoffeln zum Milchwagen. Das Kirchlein auf dem Markt sah bescheiden aus.Ich trachtete nach der Neißebrücke. Mühlenstraße, eine hölzerne Brücke, jenseits der Stadtteil Berge. Pförtener Straße las ich. Also in dieser Richtung weiter. Vor mir gingen zwei Männer mit Viehketten. Es waren Fleischer, die Vieh abholen wollten. Als ich die Häuser von Berge hinter mir hatte, begann der Kiefernwald. Die Straße verlief schnurstracks geradeaus. Nach einigen Kilometern machte sie eine kleine Linksbiegung. Endlich sah ich wieder ein paar Häuser. Das konnte doch unmöglich Pförten sein, dachte ich bei mir. Dann las ich „Marienhain“. Bis Pförten waren es noch vier Kilometer. Die Straße begann leicht anzusteigen. Von der Höhe (Beitzscher Berg) hatte ich eine gute Fernsicht. Zur Rechten sah ich eine Windmühle.Hinter alten Häusern lugte das Kirchlein hervor. Bei Ernst Conrad am Markt kehrte ich ein, trank einen Kaffee und erkundigte mich nach Pfarre und Schule. Zuerst suchte ich den Pastor auf. Eine alte Frau empfing mich. Zur hinteren Tür kam ein Mann mit Holzpantinen, Wams und Mütze herein. Er verschwand in der nächsten Tür. Dann trat derselbe Mann zur anderen Tür heraus, gab mir die Hand und nötigte mich ins Studierzimmer. Er selbst zog sich wieder zurück. Nach einer Weile kam er als der Herr Pastor Karl Zibelius im schwarzen Anzug herein. Er setzte sich an den Schreibtisch, fragte mich aus und machte sich Notizen. Dann gab er mir zu verstehen, daß ich am 1. April, morgens 7.30 Uhr, bei ihm antreten solle. Mittlerweise war es wohl 11.30 Uhr geworden. Ich erkundigte mich im Hotel „Weißer Adler“ um den künftigen Mittagstisch und ging dann zum Lehrer Paul Weiß (gebürtig aus Drossen), dessen Stelle ich übernehmen sollte. Er lud mich zum Essen ein. Nachher redete er mir zu, mich dem Hausgenossen, dem alten Lehrer Ferdinand Valentin (*29.9.1838 in Riessen bei Mühlrose + 2.11.1904) vorzustellen. Ich folgte seinem Rat. Frau Valentin, die mich auf dem Flur empfing, rief nur unwillig den Alten aus der Klasse. Ferdinand Valentin war ein kleiner Mann mit einem ergrauten Vollbart. Wir wechselten nur ein paar Worte. Danach nahm mich Weiß mit ins alte Schulhaus, wo er nachmittags Unterricht gab. Im scheunenartigen Hausflur begegneten wir dem Kantor Gustav Karlguth (*1.6.1843 in Preichow bei Sommerfeld + ca. 1928). Kurz darauf stellte Weiß mich dem Rektor und Diakonus Wilhelm Bittkau (* 30.10.1864 in Gr. Wusterwitz) vor, einem freundlichen Mann von etwa 38 Jahren. Wir redeten angeregt miteinander.

Unterdessen war es drei Uhr geworden. Es war Zeit, den Rückmarsch anzutreten. In Forst sollte ich mich noch beim Kreisschulinspektor, dem Superintendenten Hermann Böttcher melden. Erst um sechs Uhr traf ich ihn an. Er sprach viel von dem schönen Pförten (Böttcher war lange Jahre Pfarrer in Niederjeser gewesen) und empfahl mir Kantor Karlguth als Seele von einem Menschen, warnte mich aber vor dem anderen (Valentin). Daraus zog ich den Schluß, Zurückhaltung von beiden! Es war schon 10.00 Uhr abends, als ich wieder in Senftenberg ankam.

Lehrer Neumann sind wichtige Aufzeichnungen und Skizzen über Pförten, Leipe, Nablath/Nahberg und Marienhain zu verdanken, die er alle nach dem Krieg anfertigte.

8. Die Stadt Pförten

Unter Heinrich v. Brühl blühte Handwerk und Gewerbe. Zur "Hofhaltung" wurden viele Gewerke benötigt. So gab es zeitweise: eine Buchdruckerei, eine Seidenraffinerie, eine Möbelfabrik, eine Brauerei und eine große Leinenweberei. 

1818 gab es in Pförten eine Ziegelei, die auch noch 1864 aufgeführt ist. Einen Überblick aus dem Jahr 1850 über den gräflichen Besitz, direkt in Pförten, gibt das Landbuch der Mark Brandenburg und des Markgrafthums Nieder-Lausitz in der Mitte des 19. Jahrhunderts von Dr. Heinrich Berghaus (3. Band, 1856):

Hierin heißt esDer Besitz in  Pförten besteht aus:

1) dem Schloß und Garten (10 Morgen), dem herrschaftlichen Lustgarten, den Beamtenwohnungen, dem Thorhausgebäude nebst Garten, dem Bauhofe, dem herrschaftlichen Friedhofe, dem Hospital- und Schulgebäude und dem Pförtener See, zusammen mit einem Flächeninhalt von 348 Morgen.
2) Dem Vorwerke Babo mit Schäferei Babo und zwei Ziegeleien (380 Morgen)
3) Dem Vorwerke Menagerie (124 Morgen)
4) Dem Schloß- oder Hohen Vorwerk (302 Morgen)
5) Der Heideschäferei (6 Morgen)


Einwohnerentwicklung:
1800 in 116 Häusern 844 Einwohner
1806 in 103 Häuser und drei Wüstungen
1819 in 95 Häusern 953 Einwohner 
1840 in 108 Häusern 916 Einwohner
1850 in 98 Häusern mit 955 Einwohner
1863 1350 Einwohner
1895 1198 Einwohner
1900 1022 Einwohner
1938 1124 Einwohner

Zum Ort Pförten selbst gehörten noch folgende Ortsteile:

Vorwerk Babo (1818 = 36 Ew.;1840 = 31 Ew. u. 4 Gebäude) Heideschäferei (keine weiteren Angaben) Menagerie (1820 = 7 Ew.;1864 = 23 Ew. u. 2 Gebäude) und Roggaische Mühle (1818 = 9 Ew.; 1864 =23 Ew. u.1 Gebäude)  

Der Historiker Rudolf Lehmann gibt  Auskunft über Handwerk und Gewerbe nach dem wirtschaftlichen Niedergang durch den Siebenjährigen Krieg. .. 1786 gab es im Ort: 9 Schneider, 7 Bäcker, 7 Fleischer, 5 Leineweber, 4 Schmiede, 3 Böttcher, 3 Töpfer, 2 Glaser, 2 Kürschner, 2 Maurer, 2 Schlosser, 2 Zimmerleute, und jeweils einen Bader, Büchsenmacher, Färber, Kupferschmied, Maler, Nagelschmied, Perückenmacher, Riemer, Sattler und Seiler. Zwanzig Jahre später, 1806, wurden gezählt: 23 Schuhmacher, 10 Schneider, 7 Bäcker, 7 Fleischer, 6 Tischler, 5 Böttcher, 4 Rademacher, und je drei Kürschner, Schlosser, Schmiede Seiler. Hinzu kamen je zwei Maurer, Töpfer und Zirkelschmiede. Weiterhin werden jeweils ein Bader, Färber, Glaser, Kupferschmied, Leineweber, Nagelschmied Perückenmacher, Riemer, Sattler, Seifensieder und Zimmermann genannt. 

(Quelle: Historisches Ortslexikon für die NL, Dr. R. Lehmann)  

In einer anderen Quelle wird Pförten folgendermaßen charakterisiert: 

......mit einem Schlosse und einem vortrefflichen Garten......genannt. In der Stadt sind die Forstaer Gasse nebst der Marianenstadt neu und regelmäßig gebauet und man zählt überhaupt 103 Häuser nebst 3 wüsten Baustellen....Die Einwohner leben von Ackerbau, Bierbrauen, Viehzucht, Garten- und Obstbau, vom Wollespinnen für die Cottbußer, ohne welches die Hälfte der Einwohner betteln müßte und Handwerker sind: 94 Meister (7 Bäcker, 5 Böttcher, 7 Fleischer, 1 Glaser, 3 Kürschner, 1 Kupferschmied, 1 Leineweber, 2 Maurer, 1 Nagelschmied, 1 Perückenmacher, 1 Sattler, 1 Schlosser, 3 Schmiede, 12 Schneider, 30 Schuhmacher, 1 Schornsteinfeger, 5 Rademacher, 1 Seiler, 1 Riemer, 5 Tischler, 1 Zimmermann, 2 Töpfer, 1 Seifensieder und 1 Uhrmacher. Auch betreiben einige Einwohner den Tabacksbau. Die Stadt hält zur Beförderung des Kleinhandels 6 Jahrmärkte, nämlich 3 große und 3 kleine, welche aber den Forstaern nicht gleich kommen.Die Stadt hat auch eine Poststation. .......die Stadtgerichte haben bloß die Polizey zu besorgen, indem die Gerichtsbarkeit unmittelbar zur herrschaftlichen Canzley gehört.Von dem durch Fridrich II. Rachsucht zerstörten Schlosse hat man bloß die Gewölbe wiederhergestellt. Eines derselben ist zu einer katholischen Hauscapelle eingerichtet, worinnen ein Neuenzellischer Geistlicher bey Anwesenheit der Herrschaft Messe ließt. Und in einem anderen steht ein kostbares, mit dem Brühlschen Wappen geziertes Service von Meißner Porcellahn, welches als ein unveräußerliches Eingenthum immer bey dem Majorate Forst und Pförthen bleiben muß. Der Schloßgarten ist schön, groß und im französischen und englischen Geschmack angelegt. Er hat ein geräumiges Gewächshaus, worinnen sich ein kleines Theater befindet und er endigt sich am Pförthener oder eigentlicher am Jehser See. In der Marianenstadt steht ein schönes Schießhaus. Bey dem herrschaftlichen Schloßvorwerke mit der Menagerie wird gutes Bier gebrauen und außer dem Vorwerk Babo sind noch die Büttnerey oder sonstige Weinpresse und ein Gasthof herrschaftlich. In diesen Vorwerken waren 57 Einwohner.Statistisch werden für die gesamte Herrschaft Pförten, also einschließlich aller angeschlossenen Kammer- und Vasallendörfer (u.a. auch Groß-und Klein Teuplitz), für das Jahr 1803 gezählt: Einwohner 13.694, darunter: 2.018 Knaben, 2.027 Mädchen, 4.069 Mannspersonen, 4553 Frauenspersonen, 466 Männer über 60 Jahre, 561 Frauen über 60 Jahre....                           

(Quelle: Erdbeschreibung d. Churfürstlich und Herzoglich Sächsischen Lande,1806) 

Bei der baulichen Umgestaltung der Stadt entstanden zwischen 1747 und 1753 drei Stadttore: Gubener Tor, Sommerfelder Tor und das 1753 erbaute Forster Tor. Diese Tore, von denen nur noch das Letztere erhalten ist, dienten niemals als Befestigung der Stadt, sondern hatten eine schmückende Aufgabe. Das Forster Tor hatte bis 1931 nur eine Durchfahrt in der Mitte. An seinen beiden Seiten waren Torhäuser (bewohnt) angebaut. Heute hat das 2005 renovierte Tor einen breiten und zwei kleinere Durchgänge. Hinter diesem Tor begann die Forster Straße. Knöffels Entwurf sah vor, dass alle Häuser gleichmäßig zweigeschossig gebaut, mit gleich großen Toreinfahrten  und identischen  Fenstern  versehen sind. Die Straßenbreite wurde mit achtzehn Metern festgelegt. Sie  wurde vor 1945 zur Hauptgeschäftsstraße. Hier siedelten  Handwerks- und Gewerbetreibende. Verschiedene Händler boten Dinge des täglichen Bedarfes an. Außerdem gab es noch mehrere Gasthäuser, zwei Hotels und eine Sparkassen-Zweigstelle. Die linke Seite hinter dem Tor ist heute eine Freifläche. Hier stand das Hotel "Weißer Adler", welches seinen Namen nach dem Orden trug, den Friedrich Aloys v. Brühls 1790 vom polnischen König verliehen bekam. In der Mitte der Forster Straße zweigt die Einfahrt zum Schloßplatz ab. Am Schloßplatz wohnten bis 1945 ein Großteil der gräflichen Bediensteten, wie zum Beispiel der Koch Walter Hoffmeister mit seiner Familie. Dessen Enkelin, Gunhild Hoffmeister, wurde eine bekannte Leichtathletin der DDR. Vor der Einfahrt zum Schloßplatz, an der Ecke zur Forster Straße, hatte die Stadtverwaltung ihren Sitz.  Bürgermeister Wilhelm Tschisgale sowie die Post belegten hier Diensträume. Im letzten Jahr war hier eine Bankfiliale untergebracht.       

In Sichtachse zur Schloßeinfahrt, am östlichen Högelheimer Platz (früher Schlackenplatz), stand das Kriegerdenkmal zur Erinnerung an die Gefallenen des I. Weltkrieges. Am 24. August 1924 wurde der Grundstein hierzu gelegt  (Quelle: Forster Tageblatt). 

Der Berliner Bildhauer Stephan Walter wurde mit der Gestaltung des Denkmals beauftragt und der örtliche Maurermeister Kreutzer sollte den Bau realisieren. Gesamtkosten von 3.500 Mark waren im Stadtbudget eingeplant. Brühl spendete vor dem Denkmal noch einen Springbrunnen, von dem heute kaum noch etwas zu erkennen ist. Inschriften auf dem Steinquadern fehlen heute.     

Stadt Pförten vor 1945


Zwei weitere Denkmäler, die an die Toten Pförtens erinnerten, gab es am Markt. Die Namen von örtlichen Sportlern fanden sich auf einem großen Feldstein, der am 29. August 1920 feierlich geweiht wurde. Er stand an der östlichen Seite des Marktes, wo heute eine Bushaltestelle ist. Eine hohe Säule, geschmückt mit einem großen Steinadler dominierte die westliche Marktseite. Dieses Monument erinnerte an Kriege von 1866-1871.

An der südlichen Seite des Marktplatzes wurde um 1900 ein öffentliches Badehaus geschaffen. Dort, wo heute das Bürgermeisteramt von Brody untergebracht ist, war einmal das Postamt.  Die Herabstufung zu einer Postagentur war mit dem Umzug am 1.10.1925 an den Schloßplatz verbunden. Der telefonische  Selbstwählverkehr im Ortsnetz Pförten war ab 30. Oktober 1925 möglich. Am westlichen Rand des Marktplatzes gab es das Heim der katholischen Schwestern, das sich um Waisen und Bedürftige kümmerte. Hinter dem Pfarrhaus, zur Kirche hin, das Spital. 1769 zunächst als ein Armen- und Waisenhaus eingerichtet, übernahmen 1860 ebenfalls katholische Schwestern die ambulante Krankenpflege. Weiteres Gewerbe am Markt: Bäcker/Café, Arzt, Papierwaren-geschäft, Kohlehandel 

Die Bauverwaltung der Gräflich v. Brühlschen Güter, befand sich nahe dem Mariannenschloß, in der Brühlstraße. Erwähnenswert in dieser Straße ist noch die Villa von Agnes v. Chappius, die Anfang des 20. Jahrhunderts hier eine Koch- und Haushaltschule unterhielt. Im Dritten Reich diente das Gebäude als Arbeitsdienst-Lager für Frauen. Beim Schützenhaus trafen sich in jedem Jahr die besten Schützen der Standesherrschaft. Darüberhinaus gab es noch das Gasthaus Lindengarten, wo auch Kinoveranstaltungen stattfanden. Ebenfalls in der Brühlstraße gab es bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein bürgerliches Brauhaus, dessen Inhaber die Familie Jeschke war. Es brannte damals ab, wurde nicht wieder aufgebaut, denn vor dem Forster Tor gab es bis 1945 ein Herrschaftliches Brauhaus mit langer Tradition. 1642, so erzählen Chronisten, haben feindlichen Soldaten einen kupfernen Braukessel hier gestohlen.

Etwas außerhalb der Stadt wurde 1915 mit dem Bau eines Freibades an den Nablather Teichen begonnen. Es zog im Sommer viele Besucher aus Pförten und den umliegenden Gemeinden an. Bademeister Oskar Barowsky war weit über Pförten bekannt. Er sorgte für Ordnung, Sicherheit und für das leibliche Wohl der Sommerfrischler. Im  Winter 1924/25 wurde mit Hilfe von Arbeitslosen, so betont das Forster Tageblatt, eine sechs Meter lange und offene Halle gebaut, die den gestiegenen Anforderungen an das Badevergnügen der Badegäste entsprechen soll…... Schwimmen und Baden muß immer mehr zur Volkssache werden, wird festgestellt. In der neuen Halle war ein kleiner, etwa eineinhalb Quadratmeter großer Kiosk integriert, der allerlei Leckereien und Getränke bereithielt. Eine ungewöhnliche Fertigkeit des umtriebigen Schwimmmeisters sei noch erwähnt. Er konnte nämlich häkeln und stricken! Große Tischdecken oder Pullover soll er in einwandfreier Qualität und zum Erstaunen seiner weiblichen Badegäste hergestellt haben. Die nachfolgenden Fotos sind den Sammlungen von Hans-Heinrich Rösler und Günter Kommol entnommen.

Ergänzt sei hier noch die Gemeindefläche des Ortes von 870 ha (ohne Standesherrschaftlichen Besitz) (Quelle: Amtliches Mitteilungsblatt des Bundesausgleichsamtes vom 28.2.1955; Sorauer Heimatblatt Juni 1955).

Gesellschaftliches Leben



9. Berühmte Einwohner aus Pförten

Hermann Ulrici (23.3.1806 Pförten-11.1.1884 Halle), deutscher Philosoph, lehrte an der Universität Halle/Saale. Sein Schwerpunkt-thema war Glauben und Wissen, Gott und Natur und das Verhältnis der Menschen zu Gott. Er war ein Sohn des Pförtener Postmeisters Christian Ferdinand Ulrici, der von 1802 - 1811 hier wirkte.               

Carl Friedrich Moritz Paul Graf v. Brühl (18.5.1772 Pförten – 9.8.1837 Berlin), ein Enkel Heinrich v. Brühls, Theaterdirektor und später als Generalintendant preußischer Museen in Berlin 

Friedrich Handtke (7.12.1815 Pförten - 25.1.1879 Glogau), war einer der bedeutendsten deutschen Kartographen des 19. Jahrhunderts. Seine herausragendste Arbeit war der 1846 erschienene "Hand-Atlas des Preußischen Staates". 

Cuno Jeschke, Unternehmer und Politiker, (4.Januar 1833 in Pförten - nach 1893), Ausbildung am Gubener Gymnasium, Kaufmann, 1872 gemeinsam mit seinem Bruder Heinrich Besitzer der Braunkohlengrube "Wilhelmine" in Klein-Teuplitz  und einer Ziegelei. Danach übernahm er dann die väterliche Brauerei in Pförten mit den dazugehörigen Ländereien. Außerdem war er Mitglied der Handelskammer Sorau. Kreistagsabgeordneter für die Deutsche Freisinnige Partei (60 % der Stimmen seines Wahlkreises) Von Februar 1890 bis Juni 1893 war Reichstagsabgeordneter. 

Dr. Johannes Weidemann (15.8.1897 Pförten - 21.8.1954 Hamm), Sohn des Pförtener Oberpostkassenrendanten, Jurist und ab 1933 Oberbürgermeister von Halle/Saale

Emil Clemen (*1847 in Pförten) evtl.Ausbildung in der Schloßgärtnerei, ab 1869 Berliner Baumschule Späth, zuletzt Städtischer Obergärtner in Berlin

Friedrich Aereboe (geb. 1865 in Horn, bei Hamburg, gest. 1942 in Berlin) war von 1899 bis 1904 Verwalter der Brühlschen Güter in Pförten. Später wurde er Rektor der landwirtschaftlichen Hochschule Berlin und einer der bedeutendsten deutschen Agrarökonomen. 

10. Zeittafel Pförten 

Chronik Pförtens

                                           

11. Grabsteine Friedhof Brody (Fotos: Privat)

 

Friedhof in Brody


Gefallene I. Weltkrieg Pförten, unvollständig (Quelle: genealogy.net) Bretschneider, Karl; Drendel, Karl; Ebrecht, Paul; Emmerich, Kurt; Finke, Franz; Fischer, Karl; Franzke, Paul; Glaser, Walter; Greil, Hermann; Hase, Kar; Heinze, Alfred; Helwig, Emil; Jahn, Max; Jähne, Paul; Lange, Willi; Legler, Friedrich; Lehmann, Emil; Mettke, Paul; Mischke, Walter; Noack, Gustav; Peter, Walter; Pinkwart; Eugen; Preuß, Fritz; Raschack, Wilhelm; Rex, Otto; Richter, Benno; Schulz I, Max; Schäfer, Emil; Zrocke, Karl

Einwohnerverzeichnisse Pförten

Einwohnerverzeichnis Pförten 1928


 

Einwohnerverzeichnis Pförten 1938
Pförten 1938.pdf [122.8 KB]